Der Pfeil

Gattung: Liebesgedicht

Textprobe

Denn der in Zelten herrscht, den Adler trägt,
der Völker bricht und Götter neu erfindet,
ist der Sklave dessen, was ihn täglich bindet:
Ruhm ist Angst ist Uhr ist Puls, der schlägt.

Doch wer im Dunkel seiner Tonne ruht,
hat ausgezählt, was Könige nicht kennen —
kein fremdes Land muss er je niederbrennen:
er ist sich sein eig'ner Himmel, kühl und gut.

So sprach der biedre Weisheitslehrer, hob
den Zeigefinger und ließ mich zurück —
was aber zählt mir denn sein Friedenslob:
mich treibt allein der brenn'de Augenblick.

Ich will den Sturm, der Städte niederwirft,
das Schwert, das blitzt, den Schrei, der weithin gellt —
wer zögert welkt, wer wagt entwirft:
ich bin der Pfeil, der in die Ferne schnellt.

Jetzt lieg ich nach verlornen Kämpfen wund,
gebrochen mir die Glieder hier im Graben —
die a

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